Sonic Seducer
ohne Wertung

MIGHT OF LILITH, seit 2003 existent, schufen ganz große bombastische Dunkelkunst. Mit einem massiven Symphonic Black Metal Hammer schlagen diese sechs Schwaben zu. Den hochqualitativen Inhalt sieht man dem in Eigenregie unters Volk gebrachten Debüt-Minialbum überhaupt nicht an. Oberfett und ebenso macht- wie druckvoll produziert, knallen die fünf enthaltenen Kompositionen nämlich in allerbester Dimmu Borgir-Klassiker-Manier aus den Lautsprechern. Eine dezente Prise Cradle Of Filth wurde sorgsam dazu gemixt. Und die Beteiligten von MIGHT OF LILITH sind wohl absolut keine Anfänger mehr, dass hört man zumindest mehr als deutlich heraus. Musikalisch wirkt die professionell aufspielende Truppe verdammt gut aufeinander eingespielt, daher sind die überwiegend ziemlich theatralisch angelegten Schattenlieder von respektabler Homogenität. Mit solcherlei ekstatisch-spielfreudiger und zahllose unheimliche Atmosphären freisetzender Gitarrenarbeit feierten andere Kapellen des Genres, vor allem aus Skandinavien, bereits breitenwirksame Erfolge – Selbiges wäre auch diesen mit Hingabe arbeitenden Ausnahmekönnern aus dem Schwabenländle zu wünschen.

Markus Eck

DAWN Radio  

Neuer Sound aus Stuttgart, brachial geht "Lunatic Sonata" los mit Mats Kurth an den Drums und Claudio Enzler der Sänger von Might Of Lilith die mir erste Abreibe des Tages verpassen. Einfach genial vom Sound. Klassische Keybordpassagen, stampfendes Drumming und mitreissende Gitarren. Might Of Lilith vereinen epische Musikalität mit bombastischen Klängen ohne das ganze überladen wirken zu lassen. Might Of Lilith´s Silberling DAWN OF THE END aus der Klangschmiede von Studio E (aufgenommen, abgemischt und gemastert von Markus Stock und Tobias Schönemann) geben dem Genre Melodic Black Metal neuen Wind und Innovation. Die Scheibe hat Power, Flair und Emotionalität ohne eine einzige Spur von Einbrüchen im Gesamtkonzept. Knapp 24 Minuten Sound vom feinsten und nicht nur für Fans der Black Metal Seite. Ich könnte hier zwar gestandene Bands zum Vergleich heran ziehen, aber das wäre ein Schlag ins Gesicht von Might Of Lilith. Die Band hat in ihrem Erstlingswerk eine Eigenständigkeit und einen Soundreichtum bewiesen von dem sich andere noch was abschneiden können, aber bitte nicht bei Might Of Lilith!

DAWN DJ Grendel

Neckbreaker
8/10 Punkte
Die im März 2003 gegründete Band MIGHT OF LILITH brauchte erstmal eine Zeit um ein stabiles Line-Up auf die Beine stellen zu können. 2005 spielte dann die Band aus Stuttgart eine fünf Stücke umfassende Scheibe ein die nun unter dem Titel "Dawn Of The End" das Licht der Öffentlichkeit erblickt. Die sechs Süddeutschen bieten darauf keyboardlastigen Melodic Black Metal.

Gleich der Opener "Lunatic Sonata" erinnert mit seinem treibenden Keyboardspiele ein wenig an Dimmu Borgir. Der Song kommt dann allerdings weniger flüssig rüber als der Beginn vermuten lässt. Der giftig keifende Gesang ist weder originell noch abwechslungsreich, passt aber sehr gut.
"Master And Slave" ist etwas variabler was das Tempo angeht. Der Song ist insgesamt abwechslungsreicher und düsterer und der eher gefühlvolle Mittelteil wertet das Stück hörbar auf.
Es folgt mit "Curtains Of Wood" ein durchaus flotter aber auch ebenso eingängiger Song. Interessanterweise schafft das Keyboard hier den Song gerade dann düsterer wirken zu lassen wenn es ein wenig im Hintergrund bleibt.
"Prelude To Perdition" ist ein gut einminütiger ruhiger instrumentaler (nur Keyboard) Song, dient wohl eher als Einleitung für das letzte Stück
Der abschließende Song ist dann auch der Titelsong "Dawn Of The End". Der Song geht dann auch nochmal als amtlicher Nackenbrecher durch. Hier ist live mit einigen kreisenden Köpfen zu rechnen.

Für ein Eigenregie veröffentliches Teil ist der Sound wirklich amtlich. Zudem muss man bedenken, dass es sich hier um das Debüt der Band handelt. Kritikpunkte gibt es kaum, am Gesang könnte hier und da vielleicht noch etwas gefeilt werden. Ansonsten aber Hut ab und wer auf Dimmu Borgir oder auch Old Man's Child steht, ist mit "Dawn Of The End" sicher gut beraten. Das Teil ist für schlappe 5 Euro (zzgl. P+V) direkt bei der Band. zu bekommen. Empfehlenswert!

Tutti

Pandaimonix
8,5/10 Punkte
Alter Schwede: nach Lyfthrasyr (unsere Review hier) macht sich mit den Schwaben Might of Lilith der zweite lokale Blackmetal-Act auf, Leben in die Szene zu bringen. "Dawn of the end", das Debüt überzeugt mit 5 erstaunlich ausgereiften, melodischen Blackmetal-Kompositionen, die sich vor den grossen Vorbildern nicht zu verstecken brauchen.

Will sagen: zur Zeit wird von etablierten Labels genug Grütze veröffentlicht, die es nicht im geringsten mit "Dawn of the end" aufnehmen kann, man höre nur das geniale Titelstück: Gänsehautmelodien im Wechsel mit eingängigen Soli, sehr bombastisch und majestätisch.

Sowohl vom Songwriting, als auch den musikalischen Fähigkeiten der Bandmember her befindet sich alles durchweg im grünen Bereich. Die Produktion ist druckvoll, Soundmatsch wird vermieden. Kein Wunder, konnten Might of Lilith die Kollegen Stock und Schönemann (Empyrium / The Vision Bleak) zur Unterstützung im Studio hinzuziehen. Gefallen finden dürften an "Dawn of the end" vor allem Fans etablierter Acts, wie, allen voran, Dimmu Borgir, oder rein von der melodischen Komponente Cradle of Filth. Allerdings verzichtet Sänger Claudio (zum Glück) auf das enervierend hohe Gekeife eines Dani Filth und bewegt sich über fast die gesamte Spielzeit in recht tiefen Tonlagen. Wie schon die artverwandten Lyfthrasyr machen auch Might of Lilith eine Menge Spass.

Bleibt zu hoffen, dass das Besetzungskarusell so langsam zur Ruhe kommt und weitere Veröffentlichungen folgen werden.

Normalerweise gibt es für Minialben ja keine Bewertung. Ich mache hier mal eine Ausnahme von der Regel und vergebe 8,5 Punkte, die haben sich Might of Lilith redlich verdient. Die Scheibe kann für faire 5 Öre + 2 Öre Porto & Versand über die Homepage der Band geordert werden.

Anspieltipp: das Titelstück "Dawn of the end", sowie der Opener "Lunatic sonata"

Christian Nitschke

Ring of metal
7/10 Punkte
Mit der 'Dawn Of The End' EP flatterte mir vor kurzem das Erstlingswerk der Stuttgarter Newcomer Might Of Lilith ins Haus. Das gute Stück wurde in der Klangschmiede Studio E aufgenommen, wobei kein geringerer als Tobias Schönemann (The Vision Bleak, Empyrium) an den Reglern saß.
Ergebnis der Zusammenarbeit ist diese Mini CD auf der sich 24 Minuten Melodic Black Metal finden lassen. Nun damit hat die Band von vorneherein keinen leichten Stand bei mir, da allzu melodischer Schwarzstahl mich eher zum zum Weglaufen als zu Freudensprünge verleitet.
Doch da das professionell gestalte Booklet und die schöne Bandhomepage für die Band sprechen kann der Genuss des Songmaterials sicher keine negativen Folgen haben.

Den Anfang macht 'Lunatic Sonata' , das auch gleich ordentlich loslegt und so gar nicht zu meinen ersten Erwartungen passen will.
Tiefe Growls, eine verspielte Keyboard Melodie und dazu ordentlich Druck von der Saitenfraktion. Insgesamt ein starker Opener der mit seinem einprägsamen Refrain und dem tollen Wechselspiel aus Growls und Kreisch Vocals überzeugt.
Weiter gehts mit 'Master and Slave' . Dieser Song ist etwas langsamer doch die Grundzutaten bleiben die gleichen, also verspielte Melodien, dichte Atmosphäre gepaart mit der tollen Stimme von Sänger Claudio Enzler.
'Curtains Of Wood' nennt sich mein persöhnlicher Favorit der Platte. Das liegt wohl vorrangig daran das mich der Song etwas an die Finnen von Catamenia erinnert.
Denn hier benutzt Might Of Lilith's Keboarderin Anna Leis ihre Tasten dazu eine atmosphärische Klangwand hinter den, hier mehr schwarzmetallisch klingenden, Gitarren zu erschaffen. Ein klasse Song der zeigt das die Band auch über die nötige Variabilität für eine längere CD verfügt.
Mit 'Prelude To Perdition' hat auch ein Keyboard Instrumental seinen Weg auf die EP gefunden. Leider kommt das arg unspektakulär daher und hätte von mir aus getrost weggelassen werden können. Aber vielleicht bin ich ja einfach nur ein Banause der den Sinn solcher instrumentalen Darbietungen nicht zu schätzen weiß.
Den Abschluss der EP bildet der Titelsong 'Dawn Of The End' , der anfangs etwas uninspiriert klingt, aber gegen Ende durch schöne Gitarrenarbeit überzeugen kann.

Fazit:
Gelungener Einstand für die sechs Schwaben! Ich denke das viele am modernen Sound der Band Spaß haben könnten. Mir persöhnlich gefällt vor allem die Death Metal Schlagseite, bestehend aus drückenden Gitarren und kräftigen Growls. Doch was Innovation und Ohwurmqualität der Songs angeht haben sich Might Of Lilith noch etwas zu steigern.
Fans von Graveworm, älteren Dimmu Borgir oder auch Catamenia können trotzdem getrost eine Ohr riskieren.

Anspieltipps:
Lunatic Sonata, Curtains Of Wood

Blutaar

My Revelations
Note: 2-

Auch heutzutage hat Evas inoffizielle Vorgängerin nichts von ihrer verführerischen Macht eingebüßt, was sich soundgewaltig in "Dawn Of The End" manifestiert.
Gegründet 2003 von Gitarrero Eugen, der kurze Zeit später Unterstützung am Keyboard durch sein Schwester Anna erhielt, liegt mit dieser mit einem schmucken Layout gesegneten Eigenproduktion das Debüt von MIGHT OF LILITH vor. Der Opener "Lunatic Sonato" ertönt druckvoll aus den Boxen und trumpft mit druckvollem Riffing, genretypischem Gesang im Wechsel mit fetten Growls und einer gehörigen Ladung Keyboard. Dieses wird zumeist im wohlklingenden Piano-Outfit in Kombination mit atmosphärischen Soundflächen präsentiert und zeigt, dass die Dame am Kasten was auf selbigem hat. "Master And Slave" ist für meinen Geschmack etwas durchwachsen, da der Refrain nicht zu 100% zu zünden weiß und etwas flach daherkommt. Ansonsten sind hier die Parallelen zu etablierten Szene-Bands wie MACTÄTUS und natürlich DIMMU BORGIR recht deutlich hörbar. "Curtains Of Wood" bietet einen ausgewogenen Wechsel aus meldodischen Parts und schnellen, Doublebass-getriebenen Black-Metal-Attacken und hat zudem einen tollen Break mit wunderschönen Piano-Passagen aufzuweisen. Es folgt ein Synthie-Zwischenstück namens "Prelude To Perdition", das in dieser Form auch ohne weiteres auf "Stormblast" hätte stehen können.
Danach wird die kurzweilige Scheibe mit dem 7:30 langen Trümmer von Titelsong ausgeleitet, der mit schaurig-schönen atmosphärischen Momenten, schwarzem Riffing und ein paar feinen Leads Marke klassischer Metal positive Nähen zu CRYPTIC WINTERMOON aufkommen lässt.
Fazit: MIGHT OF LILITH liefern mit ihrem in Markus Stocks bekanntem Klangschmiede E machtvoll in Szene gesetzem Erstling einen Einstand nach Maß ab, der Anhängern melodischem aber nicht melodramatischem Black Metals dringend empfohlen ist. Arbeiten müssen die Mannen und die Frau nur noch etwas an ihrer Eigenständigkeit, um sich noch deutlicher von etwaigen Vorbildern absetzen zu können. Ansonsten sollte man die Truppe unbedingt im Auge behalten, hier ist mit Sicherheit noch einiges zu erwarten!

Andreas Kind

Obliveon.de
8/10 Punkte

Ich werte es als gutes Omen, wenn eine Band denselben Namen trägt wie meine Katze. Noch dazu steht doch der Name Lilith für die erste Frau Adams, die jedoch, da sie sich nicht der männlichen Herrschaft unterordnen wollte, wahlweise und je nach Blickwinkel, synonym für aufsässiges Ketzertum und Sündhaftigkeit oder aber für das somit allererste Empanzipationsbestreben des weiblichen Geschlechts steht. Da meine Katze so heißt, könnt ihr euch ein Bild davon machen, welche Sichtweise ich bevorzuge. Aber Katzen sind ja auch bekannt dafür, einen eigenen Kopf zu haben… *g*! Genug geschwafelt, die Schwaben Might Of Lilith, deren Existenz erst in das Jahr 2003 zurückreicht, widmen sich dem düsteren symphonischen Black Metal. Atmosphäre wird dabei ebenso groß geschrieben wie Melodie. Und obwohl dem von Anna Leis gespielten Keyboard – das oft genug im Piano-Gewand erklingt - eine tragende Rolle zugedacht ist, so ist dieses Musikinstrument beileibe nicht so dominant wie bei den Karlsruhern Lyfthrasyr. Vielmehr seien als Vergleich Bands wie Dimmu Borgir, Old Man’s Child, Empyrium oder Cradle Of Flth genannt. Ihr merkt, der Stil von Might Of Lilith ist beileibe keine Innovation, dennoch ist der Sound eigenständig genug um auch vor kritischen Augen bestehen zu können. Gefälliges und abwechslungsreiches Songwriting, technisch gute Fähigkeiten und Gesang zwischen keifen, kreischen und growlen sind mir acht Punkte wert.

SBr

Metal-Rules.de
ohne Wertung
Vor ein paar Tagen bekam ich vom Chef aus dem Nuclear Blast-Shop in Halle diese CD mit den Worten "Demo des Monats hier im Laden" in die Hand gedrückt. So eine Aussage macht mich ja immer sehr neugierig! Also ab dafür und rein in den CD-Player. WOW .... das ist ja der Hammer! Geiler Black Metal der von einem Keyboardteppich getragen wird. Energiegeladen und atmosphärisch dicht wird einem jeder einzelne Song mit einem oberamtlichen fetten Sound entgegengeschleudert. Jeder Song setzt Akzente, ob die üblichen symphonischen Black Metal Trademarks im Titelstück "Dawn Of The End" oder das thrashige Riffing im Opener "Lunatic Sonata", es passt alles wie die berühmte Faust aufs Auge. MIGHT OF LILITH aus dem Schwabenländle sind absolut auf dem Vormarsch und werden noch so mancher etablierten Black Metal Band gehörig einheizen. Wer das für mich sehr gute Debüt erwerben will, bekommt es für 7,- Euro (inkl. P&V) auf www.might-of-lilith.com oder im oben erwähnten NB-Shop. Investiert die paar Mücken, es lohnt sich definitiv.

RON

Metal Dungeon
9/10 Punkte

Bisher konnte der Black Metal bei mir relativ wenig punkten, sei es durch die grottige Produktion, oder die Zukleisterung durch orchestrale Momente. Might Of Lilith, einem neu-formiertem Sextett aus dem Schwabenländle, gehen diesen Punkten jedoch zum Glück gekonnt aus dem Weg, und legen eine leckere 5-Track-EP (davon ein kurzes Instrumental) vor, das musikalisch und optisch überzeugen kann. Hier wird richtig gefälliger Black Metal geboten, der zwischen Voll-Gas-Passagen mit starker Nutzung der Doublebass und schleppend-doomigen Elementen hin und her pendelt, ohne dabei den Faden zu verlieren. Front-Huster Claudio keift und growlt das es eine wahre Wonne ist, und Keyboarderin Anna wird immer passend in Szene gesetzt, ohne dabei zu langweilen oder zu theatralisch zu wirken. Auch die Gitarren bauen teilweise richtig steile Wände auf und bekommen Raum um sich in Szene zu setzen. Alle Songs sind absolut kopfschüttel-kompatibel, Längen sucht man vergeblich. Hightlight ist das erhabene "Dawn Of The End", das mit allen Stärken der Band diese CD klasse abschließt!
Respekt für diese Debüt-EP, bin schon auf das Full-Length-Eisen gespannt!

aeronaut

Metal Message
9/10 Punkte
Mit einem massiven Symphonic Black Metal Hammer schlagen diese sechs Schwaben zu – und MIGHT OF LILITH, seit 2003 existent, schufen ganz große bombastische Dunkelkunst. Den hochqualitativen Inhalt sieht man dem in Eigenregie unters Volk gebrachten Debüt-Minialbum überhaupt nicht an, daher war beziehungsweise bin ich hier doch mehr als positiv überrascht. Oberfett und ebenso macht- wie druckvoll produziert, knallen die fünf enthaltenen Kompositionen nämlich in allerbester Dimmu Borgir-Klassiker-Manier aus den Lautsprechern. Eine dezente Prise Cradle Of Filth wurde sorgsam dazu gemixt. Und die Beteiligten von MIGHT OF LILITH sind wohl absolut keine Anfänger mehr, dass hört man zumindest mehr als deutlich heraus – diese bei mir mehr als willkommene Prachtband klingt eher nach alten wissenden Schwarzmetallhasen.

Musikalisch wirkt die professionell aufspielende Truppe verdammt gut aufeinander eingespielt, daher sind die überwiegend ziemlich theatralisch angelegten Schattenlieder von respektabler Homogenität. Mit solcherlei ekstatisch-spielfreudiger und zahllose unheimliche Atmosphären freisetzender Gitarrenarbeit feierten andere Kapellen des Genres, vor allem aus Skandinavien, bereits breitenwirksame Erfolge – Selbiges wäre auch diesen mit Hingabe arbeitenden Ausnahmekönnern aus dem Schwabenländle zu wünschen. Überaus markant-orchestrale Stützpfeiler werden vom massiv in die Pflicht genommenen Keyboard beziehungsweise der ansehnlichen Tastenspielerin Anna in das massive Soundfundament des Sextetts getrieben. Es ist einfach gelinde gesagt wunderbar anzuhören, mit welch großartig orchestrierten und festlichen Passagen die barschen Black Metal-Vormärsche unterlegt werden – wollüstig perlende Piano-Stücke zelebriert man ganz genau auf diese Art. Und immer wieder ruft sich eine ganz bestimmte Feststellung ins Bewusstsein: MIGHT OF LILITH haben sich dieser nach wir vor reizvollen Musikrichtung mit Leib und Seele verschrieben. Dies tritt ganz besonders hervor, wenn das atmosphärisch stattlich konturierte Midtempo-Werken des Sechsers von haltlos aufbrausender Raserei attackiert wird.

Das nicht selten aufgeilend böllernde Drumming entspringt mit großer Wahrscheinlichkeit ebenfalls einem ausgemachten Routinier. Denn der neben seinen umfangreichen Armfähigkeiten mit gleichfalls sehr agiler Beintechnik aufkreuzende Schlagwerker Mats Kurth leistet auf diesem Sektor wirklich ganze Arbeit. Der stets um Abwechslung bemühte Horror-Gesang von Claudio Enzler setzt sich jeweilig zur Hälfte aus infernalischen Black Metal-Screams und gutturalen Todesblei-Artikulierungen zusammen. Atemberaubend! Nach knapp über 23 spannenden Minuten endet die beinahe perfekt inszenierte Unlichtscheibe, der akustische Vorhang fällt, geht nach heftigem Applaus wieder auf – und eines der derzeit wohl besten Symphonic Black Metal-Ensembles aus deutschen Landen überhaupt freut sich über meine frenetischen Begeisterungsstürme. Richtig erkennbare Schwachpunkte auf „Dawn Of The End“ sind wenige vorhanden, man muss sie beinahe mit der Lupe suchen.

Hach, ich sehe sie schon wieder vor mir, die zahlreichen Vorwürfe, dass die Band viel zu spät kommt mit ihrem Sound oder dass ohnehin nur bereits vorhandene Genialitäten blind abgekupfert werden – dazu lasse ich den guten alten Friedrich Nietzsche sprechen, den ich hier nur allzu gerne zitiere: „Nur volle, tiefe Naturen können sich einer furchtbaren Leidenschaft so völlig hingeben, dass sie fast aus dem Menschlichen herauszutreten scheinen: Mir graut aber vor der Herzlosigkeit derjenigen, die den ersten Stein gegen solche Unglücklichen aufheben können.“ Wenn diese beängstigend talentierte Dramatiker-Truppe fürs hoffentlich bald kommende Vollzeit-Album ihre ohnehin famosen Düster-Melodien noch ein wenig mehr eingängig gestaltet, dann ist mit einem absoluten Überflieger in diesem Sektor zu rechnen. Ich bin jedenfalls schon jetzt von nervöser Unruhe erfüllt – und bereit, erneut zu frohlocken.

Markus Eck

Legacy
10/15 Punkte
Ein wirklich schönes und zumindest sehr ordentlich produziertes Demoalbum legt dieses Sechsergespann aus Stuttgart vor. Die Black Metal-Band mit vielen melodischen Anteilen, bei denen die gutaussehende Keyboarderin Anna Leis einen ruhigen, untermalenden Soundteppich legt, spielt in einer äußerst professionellen Weise auf und auch härtere Grölparts runden das Soundbild ab. Die Band besteht zwar erst seit 2003, aber mit Sänger Claudio Enzler von Sacrificium und Gitarrist Wolfgang Nillies, einem ehemaligen Schüler des almighty Victor Smolski von Rage wird das Line-up hier durchaus verstärkt und die Band beweist ihr Können eindrucksvoll. Das Coverartwork ist zumindest vom Frontcover nichts Außergewöhnliches, aber für eine selbstproduzierte Scheibe bekommt der Hörer hier eine ordentlich gepresste Scheibe, die zudem im renommierten Klangschmiede Studio E aufgenommen wurde, wo bereits die genialen Songs von The Vision Bleak und Empyrium entstanden. Klarer Favorit auf dem fünf Tracks umfassenden Mini-Album ist der Song ‚Master And Slave’, der allein durch seine vielen Parts ein wenig Abwechslung bringt und nach mehrfachem Hören immer wieder positiv auffällt. Bei diesem Song wird eigentlich auch das komplette spielerische Können der Band abgedeckt. Ansonsten ziert noch eine nette Klavierpassage, ’Prelude To Perdition’, den Silberling. Grundsätzlich wirklich ein schönes Album, das Freunden von Bands wie Graveworm bis Dimmu Borgir gefallen könnte. Da kann man nur auf ein komplettes Album oder einen Plattendeal für die Band hoffen. Wer’s bis dahin nicht aushält, kann sich auf www.might-of-lilith.com umsehen. Zumindest hat man hier auch mal wieder geile Gitarrenläufe und Solos, wie z.B. bei ‚Dawn Of The End’. Jedoch sind die Lieder wahrscheinlich grundsätzlich etwas zu lang, was den normalen Zuhörer dann doch immer etwas abschreckt.

David Ivanov

Final Prophecy
8,5/10 Punkte

Wollt ihr die Wartezeit bis zum V.Ö. der neuen Dimmu Borgir überbrücken? Dann sei euch „Dawn of the End“ ans schwarze Herz gelegt. Denn die Songs des Stuttgarter Sextetts MIGHT OF LILITH sind ähnlich gestrickt, wie die der norwegischen Black Metal Superstars. Atmosphärisch, melodisch, aber dennoch voller nordischer Kälte. Schon der Anfang des Openers „Lunatic Sonata“ erinnert, auch Dank der Keyboard Melodie, an „Stormblast“ oder „Enthrone...“ Zeiten der Dimmus. Auch bei den Songaufbauten geht man ähnlich zu Werke. Da wechseln sich hyper schnelle Hasstiraden mit ruhigen, melodischen Parts regelmäßig ab. Das Keyboard ist allgegenwärtig und legt einen atmosphärischen Teppich über das Ganze. Der Gesang wechselt genretypisch zwischen markerschütterndem keifen und höllisch tiefem Growlen. Eher untypisch ist allerdings die sehr gute und saubere Lead Gitarrenarbeit. Da merkt man schon, dass Gitarrist Wolfgang Nillies von keinem geringeren als Victor Smolski unterrichtet wurde. Ach, und wenn wir gerade bei „sauber“ sind, möchte ich hier auch die sehr gute Produktion in den höchsten Tönen loben. Verantwortlich hierfür zeichnen sich, in Kooperation mit der Band, Markus Stock & Tobias Schönemann, die schon mit The Vision Bleak & Empyrium gearbeitet haben. Dass Abwechslung im Sound von MIGHT OF LILITH groß geschrieben wird, beweist nicht zuletzt die Tatsache, dass „Lunatic Sonata“, wie gesagt, in bester Dimmu Borgir Manier durch den finstern Wald rödelt, das folgende „Master and Slave“ aber eher düster und schleppend durch das Geäst kraucht. Massig technisch feinste Fingerfertigkeiten belauscht der geneigte Hörer dann bei „Curtains of Wood“. Das Instrumental „Prelude to Perdition“ leitet stilvoll den finalen Düsterhammer „Dawn of the End“ ein. Hier wird noch mal das ganze Spektrum des Atmosphärischen Black Metal abgedeckt und dürfte jede schwarze Seele begeistern. Dass die Schwaben auf „Dawn of the End“ das Rad nicht neu erfunden haben dürfte klar sein, aber sie haben eine verdammt starke (erste!) Eigenproduktion abgeliefert, die ich mit 8,5 von 10 Punkten belohne. Ordern könnt ihr den schön aufgemachten Silberling für 7 € (inkl. P + V) über die Homepage der Band.

Frank Wacker

Metalius.de
8/10 Punkte
Freunde von Graveworm und Co. aufgepasst! Mit MIGHT OF LILITH kommt nämlich ein ganz heißes Eisen aus den Schmieden Stuttgarts, um eure dunklen Herzen zu erobern. Die Mini-CD der sechs Musiker rund um Eugen und Anna Leis weiß nämlich nicht nur dank der ansprechenden Aufmachung zu überzeugen, sondern bietet auch in den fünf Songs bei einer Spielzeit von knapp 24 Minuten (inklusive eines instrumentalen Stückes) herrlich viel Abwechslung. Der melodische Black Metal der 2003 gegründeten Band klingt trotz des regen Einsatzes von Keyboards keinesfalls irgendwie ausgelutscht oder überproduziert. Hier regiert nämlich ganz eindeutig Gevatter Metal! So ballert zum Beispiel „Curtains Of Wood“ mit oberamtlichem Geknüppel los, während bei „Master And Slave“ die Keule richtig schleppend, aber dafür umso effektiver geschwungen wird. Might Of Lilith begehen zum Glück nicht den Fehler zu viele Ideen in einem Song verwirklichen zu wollen, sodass die Musik trotz ihrer Vielschichtigkeit nie überladen wirkt. Das Keyboard erweist sich sogar als echte Bereicherung des Sounds und nicht wie bei vielen anderen Bands aus dieser Sparte als Laster. Zur Produktion sei noch erwähnt, dass diese feine Scheibe im Klangschmiede Studio E von Markus Stock und Tobias Schönemann produziert, abgemischt und gemastert wurde, womit klar sein dürfte, dass „Dawn Of The End“ kaum nach einer üblichen Eigenproduktion klingt. Die Scheibe ist auf der Homepage der Band für nur 5 € zzgl. 2 € P+V zu erstehen und ist jeden Cent davon wert – solange ihr mit atmosphärischem und melodischem Black Metal etwas anfangen könnt. Vor allem denjenigen Fans, denen die (N)Utopia von Graveworm zu Death Metal-lastig war, kann ich echt nur empfehlen, sich diese tolle Mini-CD zu sichern und damit auch zu zeigen, dass es nicht immer einen großen Namen braucht, um geile Musik zu produzieren. Ich will mehr davon! Nächstes Mal aber in voller Spiellänge und mit noch brachialeren Songs!!!

Daniel Knoll

Powermetal.de
ohne Wertung
MIGHT OF LILITH wollen ihre Musik als Black Metal verstanden wissen. Doch erschreckend böse ist anfangs nur ein Umstand: Ausgerechnet den Beginn ihrer "Dawn Of The End"-Debüt-Hörprobe müssen MIGHT OF LILITH mit belanglosem Keyboardgeklimper "schmücken". Doch zum Glück schaffen es die Schwaben nach den paar Sekunden des so beliebig wirkenden Intros, ihren Sound doch noch so speziell atmosphärisch zu kreieren, dass Gedanken an eine weitere seelenlos-melodisch agierende Black-Metal-Band bald verschwinden.

23 Minuten dauert das erste akustische Zeichen der sechs Musiker. Sie liefern dabei ein abwechslungsreiches Black-Metal-Programm aus vielen Melodien, phasenweise mächtiger Keyboard-Unterstützung und recht griffigen Riffs, untersetzt ist die schön aufgemachte CD mit einem grandiosen Sound. Als Vergleich würden sich DIMMU BORGIR anbieten - nicht zu schwarz für die Mehrzahl der Metal-Fans, aber auch nicht zu lasch, um als Disko-Metal gebrandmarkt zu werden. Vor allem Sänger Claudio Enzler machte eine gut-böse Figur, mit seinem garstigen Keifen und den kräftigen Tief-Growlern beherrscht er schon jetzt die hohe Kunst des "schwarzen" Metals ... Gleichzeitig scheinen MIGHT OF LILITH betont bemüht, möglichst nicht den traditionellen Black-Metal-Klischees zu entsprechen. Weder sind sie geschminkt, noch lassen ihre Texte auf einen betont satanistischen Hintergrund schließen. Auch der Bandname ist ungewöhnlich: Die Lilith ist ein in der Religionsgeschichte häufig wiederkehrendes Motiv - mal als machtvoller Dämon der Nacht, jedoch auch als Zeichen für die Stärke der Frau, als Gegenheldin zur Eva-Figur in der Bibel. Der Name ist definitiv gut gewählt: Denn dunkel ist die Platte, genauso sehr aber auch oft anmutig wie ein schönes und emotional starkes Weib, manchmal sanft, oft aber auch zornig, eisig. Selbstbestimmt. Mit einem eigenen Willen versehen. Wie eben MIGHT OF LILITH auch. Schon ein Stück wie das knapp fünfminütige 'Master And Slave' lohnt sich durch die ständigen Wechsel zwischen düsteren Moshparts und leiseren Klängen, die Band ist hörbar um interessante Strukturen bemüht.

Allerdings fehlt den Songs auf "Dawn Of The End" an manchen Stellen noch das letzten Quäntchen Feinschliff, der letzte Funke Genialität. Denn natürlich sind die Stücke gut komponiert, durchdacht aufgebaut - aber eben trotzdem noch nicht auf dem hohen Niveau, das andere Bands à la SEAR BLISS oder eben DIMMU BORGIR im symphonischen Black Metal erreicht haben. Dennoch wächst mit MIGHT OF LILITH im Süden der Republik eine echte Bereicherung der schwarzen Szene heran - die allerdings nicht für Leute geeignet scheint, die nur auf rauen Black Metal à la DARKTHRONE, MAYHEM oder DARK FUNERAL stehen. Der Rest der Banger-Gemeinde darf sich aber trauen, der Macht von Lililth entgegen zu treten. Tut definitiv nicht weh.

Anspieltipps: Master And Slave, Dawn Of The End

Henri Kramer

Morbid Sounds ohne Wertung

MIGHT OF LILITH aus dem Raum Stuttgart konnten sich schon an der Live-Front einen guten Ruf als Melodic-Black-Metal Band erspielen. Mit "Dawn Of The End" legen die Jungs & das eine Mädel Ihre erste CD in Eigenproduktion vor. Das Endresultat kann sich wirklich hören lassen und bietet mehr Saft & Kraft als die letzten beiden, an Altersschwäche leidenden, CRADLE OF FILTH Veröffentlichungen. Richtig erkannt. MIGHT OF LILITH frönen dem Gothic-/Black Metal der Marke CRADLE OF FILTH oder DIMMU BORGIR. Diese Einflüsse hört man deutlich aus den 5 Eigenkompositionen heraus. Aber auch dezente Power Metal Einflüsse bei der Gitarren-Fraktion sind unüberhörbar. Handwerklich ist bei den Schwaben alles im grünen Bereich. Selbst das gelungene Keyboard / Klavier-Spiel weiß zu überzeugen und grenzt sich vom typischen Gothic-Geklimper ab. Etwaige Schwächen sind also keine auszumachen. Die Songs selber, inklusive einem sehr feinen Instrumental-Stück, zeigen deutlich die Einflüsse der bekannteren Vorbilder auf und können trotzdem durch hohe Qualität überzeugen. Von einem CRADLE / BORGIR Klone würde ich bei MIGHT OF LILITH nicht sprechen. Schließlich handelt es sich hier um die erste CD Veröffentlichung und ich bin mir sicher, dass die Band bei der nächsten CD eine deutlich selbständigere Handschrift vorweisen wird. Hier gibt es bei MIGHT OF LILITH bestimmt noch größeres Potential. Die Produktion selber knallt richtig gut und lässt alle Instrumente plus Gesang (es darf gekreischt werden) sehr transparent rüberkommen. Hier wurde wirklich ein guter Job gemacht. Das CD-Cover weiß auch zu überzeugen und steht im Einklang zur Musik. Auch hier hat man sich Gedanken gemacht, wie man Musik und Artwork stilistisch sinnvoll miteinander abstimmen kann. Im Klartext. Bei "Dawn Of The End" handelt es sich um eine wirklich gelungene Melodic-Black-Metal Underground Veröffentlichung. Freunde von solchen Sounds sollten hier speziell mal ein Ohr riskieren. Falsch machen kann jenes Klientel bei MIGHT OF LILITH nichts. Also ich persönlich ziehe so einen feinen Underground-Release dem letzten schwachbrüstigen CRADLE / BORGIR Quatsch eindeutig vor. Punkt!

Marc Lehmann

Metal-Mirror.de
8/10 Punkte
"Dawn Of The End" ist das brandneue Debut einer Stuttgarter Symphonic Black Metal Band namens Might Of Lilith. Musikalisch irgendwo zwischen Graveworm und Dimmu Borgir angesiedelt, präsentieren uns die sechs Personen hinter dem mysteriösen Bandnamen auf ihrer für ein selbstfinanziertes Debut mit einer unglaublich guten Produktion ausgestatteten Scheibe, fünf Tracks, die sich wahrlich sehen lassen können.
Auch wenn man bei einer Band, die Black Metal mit epischen Keyboardpassagen ausschmückt stets ein endloses Intro erwartet, legen Might Of Lilith sofort los. "Lunatic Sonata" kann sofort begeistern. Herausragend von Sekunde Eins an, ist das faszinierende Keyboardspiel von Anna Leis, welches das wütende Drumming und die schreddernden Black Metal-Riffs gekonnt in Szene setzt und für die unglaublich bösen Vocals des Claudio Enzler, der mal tief grunzt und mal in bester True Norwegian Manier schreit und krächzt, den perfekten Nährboden für ungetrübten Hörspaß bereitstellt.

Positiv anrechnen muss man Might Of Lilith, dass diese die düsteren Arrangements stark in jeden ihrer Songs einbinden, den Hörer aber zu keinem Zeitpunkt mit Tastengeklimper überfluten oder gar das Songschema chaotisch erscheinen lassen. Stattdessen entpuppen sich die Songs zu bombastisch-majestätischen Nummern, die mal düsterer ("Master And Slave") und mal brachialer ("Curtains Of Wood") zu Werke schreiten.
"Dawn Of The End" ist demnach ein wirklich gelungenes Debut einer aufstrebenden Band, wobei es noch vereinzelnd an Identitätslosigkeit der Songs hapert, was die sechs talentierten Musiker von Might Of Lilith aber mit Sicherheit bis zur nächsten Scheibe hingebogen bekommen werden. Mich würde angesichts der schwer zu toppenden Produktion und der Liebe dieser Band zum Detail nicht wundern, wenn der nächste Silberling bereits auf einem Label erscheinen wird - "Dawn Of The End" sollte eine überzeugende Referenz sein. Man darf gespannt sein, und bis es soweit ist, sollten alle Fans von Graveworm, Cradle Of Filth und Dimmu Borgir auf www.might-of-lilith.com gehen und sich für nen läppischen Fünfer diesen brandneuen orchestralen Black Metal-Brocken holen.

Dorian Gorr

   
Metalglory
7,5/10 Punkte

Stuttgarts Might Of Lilith legen endlich ihre selbstproduzierte und äußerst gelungen aufgemachte Mini-CD vor! „Dawn Of The End“ hat das Sextett seinen Fünftracker getauft und sich wahrlich nicht lumpen lassen: Mehrseitiges Booklet, stimmiges Cover und eine mehr als amtliche Produktion aus den Klangschmiede Studios des werten Herrn Stock lassen auf jede Menge Enthusiasmus und hohe Ziele schließen, die von der Musik ebenfalls gut reflektiert werden: Opulenter, melodischer Black Metal erwartet den geneigten Hörer dunkler Klänge auf den nächsten knapp 25 Minuten, umgarnt – und nicht überlagert! – von allerlei Keyboardflächen, Pianomelodien und hübsch düsteren Tastenspielereien. Auch wenn die Süddeutschen gerne aufs Gaspedal treten, verraten die hier präsenten Songs, dass es Might Of Lilith nicht eilig haben, zum Ziel zu kommen: Geknüppelt wird nur, wenn es nötig ist, dafür dann mit umso mehr Biss und Härte. Ansonsten sind die Stücke eher zwischen flottem Uptempo und getragenem, der Stimmung angemessen mystischem Flair angesiedelt, vorgetragen von einem wahlweise heiser krächzenden oder guttural gurgelnden Sänger. Natürlich darf man von Might Of Lilith mit ihrem ersten Werk weder eine Offenbarung sinfonischer Black Metal-Klangkunst, noch ein absolut unverzichtbares Produkt dieses Genres erwarten, jedoch ist „Dawn Of The End“ - abgesehen vom ausgereizten Titel - für eine erste Fingerübung um einiges besser geworden, als manch ein Album alteingesessener Kollegen. Abwechslungsreiche Stücke, die – und das ist sehr wichtig – nicht auf Anhieb wie von einer eine bekannteren Band abgekupfert klingen, jede Menge Spielfreude und Enthusiasmus sowie eine Liebe zum Detail und der erstklassige Sound machen „Dawn Of The End“ zu einer empfehlenswerten Unterstützung des heimischen Undergrounds, zumal die Mini-CD mit gerade einmal 5 Euro zu Buche schlägt. Eine für eine Eigenproduktion rundum gelungene Sache, weshalb es mich nicht wundern würde, kämen die Stuttgarter schon bald zur Unterzeichnung eines Plattenvertrags.

Björn Springorum

   
Eternity Magazin
4/6 Punkte

Lilith, Adams erste Frau, wollte sich ihm nicht (sexuell) unterwerfen. Sie war der erste Mensch, der gegen Gott rebellierte, und wurde deshalb namensgebend für diese Stuttgarter Formation. Might of Lilith haben sich dem melodischen Keyboard Black Metal, auch „Symphonic Black Metal“ genannt, verschrieben, welchen sie uns energiegeladen und rasant entgegenschleudern. Irgendwo zwischen Stormlord und Bal Sagoth verortet, gehen die einzelnen Songs gut nach vorne los, sind atmosphärisch dicht und packend. Zwar befreien auch Might of Lilith das kreativ darniederliegende Genre nicht aus seiner Stagnation, jedoch ist „Dawn of the End“ ein sehr würdiger Vertreter dieser Spielart des Black Metals, und vermag nicht zuletzt aufgrund der sehr opulenten und klaren Produktion aus Markus Stocks Studio E (Dornenreich, The Vision Bleak, Empyrium...), und einzeln gesetzte persönliche Akzente, wie beispielsweise die stellenweise sehr thrashige Attitüde des Openers „Lunatic Sonata“, zu überzeugen. Genrefans werden auf keinen Fall enttäuscht sein, und auch ansonsten lohnt es sich, mal ein Ohr zu riskieren.

Tim Neuhoff