metal.de

Tales From The Underground Festival
27.01.2007, Ex-Haus Trier

Kannte ich MIGHT OF LILITH nur vom Namen und dachte eigentlich dass sich der Death Metal Trend für's Erste fortsetzen würde, war ich überrascht nun klassischen Dark Metal mit jeder Menge Keyboard zu hören zu bekommen. Zwar konnte die Stuttgarter Truppe auch ordentlich mit den Saiteninstrumenten umgehen, doch oftmals war das Keyboard das Instrument mit der stärksten Melodie. Vielleicht kam es mir aber auch nur so vor, weil die Keyboarderin definitiv der optische Höhepunkt der Band war.
Der akustische hingegen war der herrlich sympathische Schwabenakzent von Sänger Claudio Enzler. Herrlich, endlich mal wieder ne angenehme Düsterband zu sehen, die eindeutig auf Unterhaltung ausgelegt ist und auch mal genug Zeit dafür findet, die komplett schwarzen Basssaiten des Kollegen am Tieftöner anzupreisen. Die Songs taten das Ihrige, um den Sympathieeffekt bis zum Ende des Auftritt aufrecht zu erhalten.


Setlist Might Of Lilith:

1. Master And Slave
2. Curtains Of Wood
3. Crimson Paradise
4. Lunatic Sonata
5. Dawn Of The End
6. The Inception Of Isolation


Heavy-Metal-Heaven.de

Global Bleeding Party
25.02.06 Stuttgart-Bad Cannstatt, JH Anna

Ausgerechnet die zwei Redaktions-Opis wurden nach Cannstatt ins Jugendhaus zu einem Death-Metal-Festival bestellt. Abfahrt zu einer Zeit, zu der andere am Samstagnachmittag gerade mal Kaffee trinken.
Der Empfang war sehr freundlich und der Veranstalter von der „HMC Blood Crew“ gab uns die ersten Vorabinfos. Diese haben in Zusammenarbeit mit den Stuttgarter Thrashern von „Psychotron“ eine sehr ordentlich Veranstaltung auf die Beine gestellt, die in Zukunft auch wiederholt werden soll.
Die erste Band begann dann erst mit reichlich Verspätung. Warum? Die Jungs aus Berlin wurden am Bahnhof von der Polizei gefilzt. Na prima, wieder mal ein Klischee am Leben erhalten.
Ihre Version von Trashcore war dann auch sehr Trashig und sehr Underground.
Der Moderator der Party nahm es mit Humor und verabschiedete die Hauptstädter mit einem Augenzwinkern „kann ja nur besser werden!“.
Die Stuttgarter „Abrasive“ waren da schon technisch versierter. Ihr moderner Brutalo-Death mit mächtig Blast-Beat Attacken föhnte schon mächtig die Matten.
Der Konzertraum wurde langsam voller, doch das Publikum war noch etwas zurückhaltend.
Erst bei “Might of Lilith”, die Abräumer des Abends war die Hütte mit ca. 100 Leuten gut gefüllt und in Stimmung.
Ihr melodischer Blackmetal kam sehr gut beim Publikum an. Das Set war abwechslungsreich und ohne große Ausfälle. Vor allem die virtuose Gitarrenarbeit von Wolfgang Nillies machte die Songs interessant. Nur Schade, dass die ebenfalls sehr gute Keyboarderin Anna Leis, optisch wie soundtechnisch, ziemlich unterging.
Nach einer kurzen Sauerstoffdusche vor der Tür des gut besuchten Jugendhauses, „Code of Honour“.
Die Nordlichter aus Hildesheim freuten sich über den herzlichen Empfang und die technische Unterstützung der Stuttgarter Bands.
Ihr Sänger war wohl etwas von der Rolle, lies das Mikro fallen und kämpfte mit einer schleimigen Erkältung. Dabei lies er das Publikum nicht im unklaren darüber und rotzte gelegentlich auf den Boden – „Okay ich würde auch nicht näher kommen, wenn da alles vollgerotzt ist“.
Musikalisch waren die Jungs meine Favoriten, straighter Deathmetal ohne viel Blastbeats aber mit einer großen Portion Thrash und Hardcore.
Die Kopfnicker-Fraktion war nicht sehr groß, aber vorhanden. Schade, dass viele Fans sich nur für die eigene Band interessierten. Der Konzertraum war nur noch halb gefüllt.
Die Backnanger „Dark Wire“ kamen noch auf ein kleines Zwischenhoch da ihr melodischer Darkmetal mit viel Keyboard beim Publikum wieder besser ankam.
Doch die Ermüdungserscheinungen machten sich bemerkbar. An einem Abend sechs Bands ist dann doch ein bisschen viel und es hilft den Bands auch nicht, wenn dann, wie bei „31 Dies“ kaum noch Leute da sind.
Die Band störte sich nicht weiter drum und spielte Ihren powervollen Death`n`Roll sehr routiniert und frisch auf.
Ein gelungener Abend, aber nach der dritten Cola mag ich dann nicht mehr...
C U in Hell.

Toralf


Ancient Spirit

"Dawn Of The End" Release Party
18.02.2006

Dieser Samstagabend stand unter keinem guten Stern, zumindest anfangs. Verkehrschaos und sonstige Ärgernisse, die hier keiner Erwähnung bedürfen, sorgten erfolgreich dafür, dass wir erst spät in Bietigheim ankamen und somit den Opener KINGDOM OF SALVATION und mehr als die Hälfte der belgischen Schwarzkittelfraktion NATAN verpasst hatten. Sorry, Jungs!

Nun, im Folgenden bekam ich auch nicht wirklich viel von den Belgiern mit, da ich nach der Ankunft gleich mal in diverse Unterhaltungen verwickelt wurde. Die letzten beiden Songs des Sets waren meiner Meinung nach für Black Metal-Verhältnisse weitestgehend in Ordnung, vermied es die Band doch, in reine nordische Raserei zu verfallen und war bedacht darauf, sowohl mit melodische Leads wie auch atmosphärische Keyboards für die nötige Abwechslung zu sorgen. Mehr kann ich leider nicht dazu sagen, aber ich denke, die Jungs und das Mädel kamen recht gut beim Publikum an, da der Konzertraum am Ende des Sets noch recht ordentlich gefüllt war.

„Für ’ne Black Metal Band sind die richtig gut!“, meinte Simon von den YGGIES am Anfang des MIGHT OF LILITH Sets, die ja an diesem Abend das Release ihrer CD „Dawn of the End“ zelebrierten. Tja, und da muss ich dem Simon zustimmen, auch wenn ich MIGHT OF LILITH nicht hundertprozentig in die Black Metal Ecke verbannen würde, dazu sind auch deutliche Einflüsse aus dem skandinavischen MeloDeath vorhanden, was bei sich den Stuttgartern keinesfalls negativ auswirkt. Genau diese Mischung aus straighteren, thrashigen Riffs, melodischen und überaus kompetent dargebotenen Leads und wenig aufdringlichen Keyboards macht den Sound von MIGHT OF LILITH aus und hebt die Band und ihr Werk sowohl gegen die Bombast-Pandas sowie auch die grimmigen Norsk Ultrablast Belzebuben ab - damit kann sogar ich als absoluter Black Metal-Muffel was anfangen!

Nun, an der Show gab’s von meiner Seite eigentlich auch nichts zu meckern. MIGHT OF LILITH legten sich ordentlich ins Zeug und vermochten mitzureißen, keine Frage. Neben der sehr guten Gitarrenarbeit wusste vor allem Sänger Claudio mit gekonntem Kreisch- und Grunzgesang zu überzeugen. Freunde der melodischen Seite härterer Klänge sollten MIGHT OF LILITH auf jeden Fall mal unter www.might-of-lilith.com anchecken - ich bin mir sicher, dass nicht wenige dabei voll auf ihre Kosten kommen.

Headliner dieser Releaseparty waren verdientermaßen der Schwaben liebste Todesmetallcombo FALLEN YGGDRASIL und die Yggies sind und bleiben live eine Macht! Mit Death Metal Krachern, die einfach mitreißen und Spass machen, sind die Schwaben schon seit Jahren ein Garant für beste Metalunterhaltung. Natürlich ist das Chaos der früheren Shows einer gewissen Routine und vor allem den nötigen technischen Fähigkeiten gewichen, allerdings ohne dass nur ein Funken Spass verloren ging - und Spass hatten sowohl Publikum als auch die YGGIE-Bengels an diesem Abend in der Farbstrasse wohl nicht zu knapp. Während die Instrumentalfraktion wild moshend die Bühne zerlegte, trieb Sänger Simon das Publikum immer wieder auf ein Neues an, riss Witze und sorgte einfach für bestes Entertainment. Mit einem (oder waren es zwei, hmmm?) neuen Song und den üblichen Verdächtigen wie „You suicide me“ (immer noch der geilste FY Song ever!) gab’s auch musikalisch die Vollbedienung, die ich ruhigen Gewissens als absolut gelungen verbuchen kann. Nicht viele Bands schaffen es, auch noch nach dem ca. 20sten gesehenen Auftritt soviel Spass zu machen wie die YGGDRASILS! Homepage: www.fallen-yggdrasil.de

Abschließend möchte ich noch Eugen und MIGHT OF LILITH für die Einladung zu dieser Releaseparty danken! Viel Erfolg mit „Dawn of the End“! Cheerz!

Bericht: Lobi